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    Unternehmen sagen Plastik den Kampf an

    Die Kunststoffproduktion begann erst in den 1950er Jahren und doch haben wir in etwas mehr als sechs Jahrzehnten bereits über 8 Milliarden Tonnen davon produziert. Plastik wird nicht wirklich abgebaut, es zerfällt nur in Mikrofragmente. Deshalb existiert der Großteil dieses Plastikberges noch heute - entweder auf Mülldeponien, die unsere natürliche Umwelt verschmutzen oder, schlimmer noch, als Treibgut in unseren Ozeanen.

    Jedes Jahr werden bis zu 4,5 % der weltweiten Kunststoffproduktion ins Meer gespült. Wissenschaftler sagen voraus, dass die Ozeane bis 2050 mehr Plastik als Fisch enthalten werden, wenn wir nicht bald handeln.

    Die Reduzierung des Verbrauchs, die Erhöhung des Recyclings und die Wahl von Alternativen, die nicht aus Kunststoff bestehen, sind Veränderungen, die wir alle vornehmen können. Aber ebenso notwendig sind auch Maßnahmen von Regierungen, der Hersteller und der Wirtschaft, wenn wir eine echte Veränderung erleben wollen. Also, was können Unternehmen tun, um ihre Abhängigkeit von Einweg-Kunststoff zu reduzieren? Hier sind ein paar Beispiele, die hoffentlich bald Nachahmer in anderen Bereichen finden.

    Welche Unternehmen reduzieren ihre Abhängigkeit von Einwegplastik?

    Starbucks

    Die große Kaffeehauskette Starbucks aus den USA befindet sich mittlerweile in fast allen Großstädten. Durch die Coffee-to-Go-Becher mit Plastikdeckel und -strohhalbucks ist Starbucks bislang für eine Menge Plastikmüll verantwortlich. Doch damit soll bald Schluss sein. Bis 2020 will Starbucks komplett auf diese Plastikteile verzichten und forscht aktuell, wie sich diese am besten ersetzen lassen. Zusätzlich will der Konzern rund 10 Millionen US-Dollar investieren um Tassen-Lösungen zu entwickeln, die vollständig kompostierbar oder recyclebar sind.

    McDonald’s

    Die Burgerkette McDonalds ist beim Thema Plastikvermeidung sogar schon etwas weiter. Bis Ende 2019 will der Fast-Food-Konzern komplett auf Plastikbecher verzichten. Auch mit Strohhalmen aus Plastik wird bei McDonalds bald Schluss sein. In Fillialen in Großbritannien und Irland sollen bereits ab September 2018 nur noch Trinkhalme aus Papier zum Einsatz kommen. Bei dem täglichen Umsatz kommt da einiges zusammen. Rund 1,8 Millionen Plastikstrohhalme weniger werden dadurch auf Mülldeponien und in der Umwelt landen.

    Ikea

    Ikea hat eine mutige Botschaft an die Welt gesandt und Plastiktüten bereits komplett abgeschafft. Künftig sollen auch viele andere Plastikartikel bei Ikea verschwinden, wie der Möbelhändler bei der Vorstellung seiner Kampagne "People & Planet Positive" ankündigte. Deren Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 deutlich nachhaltiger zu werden und Produkte wie Strohhalme, Becher, Teller, und Müllbeutel aus Plastik abzuschaffen oder durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen.

    Schon im Vorfeld hat sich Ikea dazu entschieden, kein Plastik auf Ölbasis mehr zu verwenden und das Unternehmen investiert mittlerweile auch in verschiedene Recyclingfirmen. Durch den Verkauf von Solarzellen mit bestimmten Produkten will Ikea darüber hinaus auch beim Thema erneuerbare Energien mitmischen. Das schließt auch den eigenen Stromverbrauch des Unternehmens mit ein - 100% ressourcen- und energieunabhängig will Ikea künftig werden.

    Edeka, Lidl und Rewe

    Auch im Lebensmittel-Einzelhandel tut sich beim Thema Plastikreduktion mittlerweile etwas. Die Ketten Lidl, Edeka und Rewe arbeiten aktuell an Plänen, um das Plastikaufkommen in ihren Filialen deutlich zu verringern. So sollen bei Rewe und Lidl noch vor dem Jahresende von 2019 Plastikstrohhalme komplett aus den Regalen verschwinden. Lidl will zusätzlich sogar künftig gar kein Einweg-Geschirr und Wattestäbchen aus Plastik mehr verkaufen.

    Unilever

    Da Plastikmüll vor allem durch Verpackungen entsteht, ist die Entscheidung von Unilever, künftig weniger Plastik einzusetzen besonders wichtig. Das niederländisch-britische Unternehmen ist den meisten Verbrauchern nur durch seine zahlreichen Marken bekannt. Dazu gehören etwa Axe-Deosprays genauso wie Knorr-Tütensuppen, Lipton-Tees, Magnum-Eis oder Domestos-Toilettenreiniger.

    Nachdem Unilever neben dem Konkurrenten Nestlé als Hauptverantwortlicher für den Plastikmüll in unseren Ozeanen identifiziert wurde, hat sich der Konzern endlich entschieden gegenzusteuern. Ab 2025 sollen bei Unilever nur noch wiederverwertbare, recycelbare oder kompostierbare Kunststoffe zum Einsatz kommen.

    Procter & Gamble

    Procter & Gamble ist ein weiterer Verbrauchsgüterkonzern, der sich mittlerweile der Plastik-Thematik angenommen hat. Das Unternehmen produziert wie Unilever wichtige Marken wie Fairy, Gillette, Oral-B und Head-Shoulders-Shampoos. Für die Plastikflaschen von Head&Shoulders hat Procter&Gamble jetzt in Frankreich ein Pilotprojekt gestartet. Diese sollen dort künftig zu 25 Prozent aus altem Plastikmüll von den Stränden der Normandie bestehen. Auch in Deutschland sollen die Flaschen bald in den Regalen stehen.

    H&M

    Während bei Lebensmitteln die Verpackung aus Plastik ist, besteht bei Mode das Produkt meist selbst aus Kunststoff-Fasern. Mit “Conscious Exclusive”-Kollektion will H&M zumindest bei einem Teil seiner Artikel künftig auf Recycling-Plastik setzen. Verarbeitet dafür werden etwa Fischernetze oder andere Nylonabfälle aber auch plastikfreie Alternativen Bio-Leinen, Bio-Baumwolle, Bio-Seide und Tencel.

    Lassen Sie sich durch die Initiativen von Starbucks, Unilever und Co. inspirieren und machen Sie auch mit beim neuen nachhaltigen Trend der Plastikvermeidung.

    5 Tipps zur Reduzierung des Plastikbedarfs Ihres Unternehmens

    Aber wie kann Ihr Unternehmen seinen Teil dazu beitragen? Im Folgenden finden Sie fünf schnelle Tipps, die Ihnen helfen, den Kunststoffverbrauch zu reduzieren.

    1. Identifizieren Sie Ihren Kunststoffabfall

    Notieren Sie sich, wo immer Ihr Unternehmen Plastik verwendet; identifizieren Sie dann, ob es praktikable Alternativen gibt, und machen Sie den Wechsel, wo immer Sie können.

    2. Mehrwegverpackungen

    Arbeiten Sie mit Lieferanten zusammen, die Mehrwegverpackungen anbieten, so dass Sie Einwegartikel weglassen und wenn möglich wiederverwenden und recyceln können.

    3. Bitten Sie Lieferanten und Kunden, ihrem Beispiel zu folgen.

    Ermutigen Sie andere in Ihrer gesamten Lieferkette dazu, die gleichen Schritte zu unternehmen und gemeinsam eine Botschaft der Nachhaltigkeit zu verbreiten, um Kunststoffabfälle zu reduzieren.

    4. Installieren Sie einen Wasserspender mit Leitungsanschluss

    Statt auf Einwegflaschen oder flaschengestützte Wasserspender können Sie durch die Installation eines Wasserspenders mit Leitungsanschluss den Verbrauch von Plastik deutlich senken.

    5. Schaffen Sie eine Mini-Küche

    Lebensmittelverpackungen tragen einen wesentlichen Teil zum Kunststoffabfall bei. Indem wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, hausgemachte Mahlzeiten zu lagern und aufzuwärmen, bedeutet das weniger gekaufte Mittagessen, also weniger Plastik zum Wegwerfen.

    Plastic: A Growing Concern

    Die Kunststoffproduktion steigt weiter exponentiell an. Nahezu 50% aller jemals hergestellten Kunststoffe wurden nach dem Jahr 2000 erzeugt. Wenn wir die Produktions- und Konsumgewohnheiten nicht jetzt ändern, wird sich die Krise von Tag zu Tag verschärfen. Es ist wichtig, dass Unternehmen, Kommunen und Regierungen zusammenarbeiten, um die Situation umzukehren.

    Die Staats- und Regierungschefs der Welt sind sich der Tatsache bewusst; Project Mainstream ist eine branchenübergreifende, CEO-geführte Initiative, die in Partnerschaft mit dem das Weltwirtschaftsforum eine Kreislaufwirtschaft aufbauen und ausbauen will. Vorrangiges Ziel ist es, die globale Wertschöpfungskette von Verpackungen im Hinblick auf praktikable Kunststof-Aalternativen zu überprüfen.

    2018 war auch ein Wendepunkt in der Industrie mit zahlreichen globalen Marken, die begonnen haben, ihre Abhängigkeit von Kunststoffen zu reduzieren. Nachhaltige Geschäftspraktiken werden endlich zur Norm; wenn Sie also bislang noch keine eigenen Maßnahmen zur Plastikvermeidung ergriffen haben, seien Sie versichert - Sie gehören inzwischen fast schon zur Minderheit.